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Es sind gerade Menschen in armen Ländern, die der Klimawandel am härtesten trifft. Jedes neue Kohlekraftwerk, das in Deutschland ans Netz geht, beschleunigt den Klimawandel. Der neue Kinospot von Oxfam Deutschland und der Heinrich-Böll-Stiftung macht diese Zusammenhänge deutlich. Er wurde am 14. Februar während der 60. Berlinale der Öffentlichkeit präsentiert und ist nun hier für Euch zu sehen.

Produziert wurde der Spot von der Medienfirma Serviceplan und der Filmproduktionsfirma The Brainstormclub, Musik von Filippo Moscatello. Zwischen Mitte Februar und Ende März 2010 lief der Spot in mehr als 25 Kinos Deutschlandweit.

Geht es nach dem Willen der Kohleindustrie, wird sich dieser Ausstoß in Zukunft noch vergrößern: 24 neue Kohlekraftwerke sind momentan im Bau oder geplant (Stand: März 2010). Durch jedes dieser Kraftwerke spitzt sich der Klimawandel weiter zu. Die gegenwärtigen Trends deuten darauf hin, dass sich die weltweite Durchschnittstemperatur noch in diesem Jahrhundert um bis zu 5 °C erhöhen könnte.

Schon jetzt verlieren Menschen aufgrund von Stürmen, Dürren und Überschwemmungen, die durch den Klimawandel verstärkt werden, ihre Lebensgrundlagen. Je drastischer der Klimawandel ausfallen wird, je schneller und höher die globalen Temperaturen ansteigen, desto mehr Menschen werden aufgrund von klimabedingten Katastrophen ihre Heimat und Lebensgrundlage verlieren.


Es sind gerade Menschen in armen Ländern, die von den Auswirkungen des Klimawandels am härtesten betroffen sind:

  • Vieh verendet, ganze Ernten werden vernichtet. Ohnehin schon in Armut lebende Menschen werden noch ärmer.
  • Geschätzte 26 Millionen Kinder, Frauen und Männer mussten ihre Heimat bereits verlassen, weil der Klimawandel ihre Lebensgrundlagen zerstört hat.
  • Reis und Mais dienen in vielen Regionen der Welt als Grundnahrungsmittel. Veränderte klimatische Bedingungen und Wasserknappheit drohen, die Ernten in vielen Ländern zu zerstören und die Zahl der Hungernden weltweit drastisch weiter zu erhöhen.
  • Nach Berechnungen von Oxfam wird die Zahl der Menschen, die aufgrund von extremen Unwettern, Überschwemmungen, Dürren und anderen katastrophalen Folgen des Klimawandels auf humanitäre Hilfe angewiesen sein werden, bis 2015 auf 375 Millionen anwachsen.
  • Wissenschaftler warnen davor, dass der Meeresspiegel in diesem Jahrhundert um einen Meter, womöglich sogar noch mehr, ansteigen könnte. Millionen von Menschen, die in niedrig gelegenen Küstenregionen und auf Inseln wohnen, droht der Verlust ihrer Heimat.
Weiterführende Links:

Hier berichten drei Menschen davon, wie sie schon jetzt vom Klimawandel und seinen Folgen betroffen sind:


© Shebab Uddin /Oxfam

BANGLADESCH: Fahima Begum, 28 Jahre

Als Folge des ansteigenden Meeresspiegels werden die Reisfelder an der Küste Bangladeschs immer öfter überflutet und zerstört. Meerwasser dringt auch in die Brunnen ein und macht das Trinkwasser ungenießbar. Fahima Begum, 28 und Mutter von zwei kleinen Kindern, hat durch das Meerwasser ihre Lebensgrundlage verloren: „Auf meinem Land kann ich keinen Reis mehr anbauen. Doch andere Arbeit gibt es im Dorf nicht und auch kein sauberes Wasser.“ Jetzt trinkt Fahimas Familie Wasser aus dem Teich. Ihre Kinder bekommen davon Durchfall. „Ich sollte die Gegend verlassen. Aber ich weiß nicht, wohin.“


© John Magrath/ Oxfam

UGANDA: Mutende Yositesi, 67 Jahre

Früher bauten die Bauern im ugandischen Rwenzori-Gebirge Arabica-Kaffee für den Export an und konnten gut davon leben. „Heute ist das nicht mehr möglich“, erzählt Mutende Yositesi. „Die Kaffeepflanzen verdorren – es ist zu trocken, weil immer öfter der Regen ausbleibt.“ Auch Maniok, der für den Eigenbedarf angebaut wird, wächst nicht mehr gut. „Ich hatte noch nie von der Wurzelfäulnis des Maniokstrauchs gehört. Aber inzwischen gibt es keinen einzigen gesunden Strauch mehr auf meinem Feld.“


© Gilvan Barreto / Oxfam

PERU: Leoncio Tamara Leandro, 77 Jahre

Die Andengletscher sind eine der wichtigsten Trinkwasserquellen Perus. Doch in den letzten 35 Jahren sind die Gletscher um ein Fünftel geschrumpft, und sie werden vielleicht schon in wenigen Jahrzehnten völlig verschwunden sein. Viele Menschen in Peru hätten dann keinen Zugang zu Trinkwasser mehr. Leoncio Leandro, Kartoffelbauer aus der Andenregion Ancash berichtet: „Hier in den tiefer gelegenen Gebieten schneit es schon heute nicht mehr. Irgendwann wird es keinen Schnee mehr in den Bergen geben und damit auch kein Wasser für uns.“

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